{Rezension} Schattenblüte – Die Verborgenen von Nora Melling
Schattenblüte – Die Verborgenen von Nora Melling
Klappentext: Seit dem Tod ihres Bruders ist für Luisa nichts mehr, wie es war. Sie beschließt zu sterben. Aber kurz vor dem letzten Schritt hält jemand sie auf: Thursen nennt sich der Junge mit den geheimnisvollen Schattenaugen. Mit einer Gruppe Jugendlicher lebt er im Wald, und er spürt Luisas Schmerz. Die «Verborgenen» können ihre Gestalt ändern: Sie sind Werwölfe. Mit jeder Verwandlung wird Thursen mehr zum Tier – und die Erinnerungen an sein vorheriges Leben verblassen. Bald wird er ganz Wolf sein. Dann hat Luisa auch ihn verloren. Für ihre große Liebe würde sie alles tun. Doch reicht das, um Thursen zu retten?
Nach dem Krebstod ihres kleinen Bruders zieht Luisa mit ihren Eltern von Hamburg nach Berlin. Alles ist neu, fremd. Nichts erinnert an die Zeit als alles noch in Ordnung war. Ihre Familie zerfällt, zerbricht am Tod ihres kleinen Bruders. Ja, sie selbst zerbricht daran. Sie zieht sich immer mehr in ihre Trauer zurück, bis sie es eines Tages nicht mehr aushält und sich das Leben nehmen will. Im letzten Moment wird sie von einem geheimnisvollen Unbekannten gerettet.
„Versprich mir, dass du das nicht wieder versuchst!“, sagt er. Seine Stimme ist leise und so rau, dass ich mich frage, wie lange er nicht gesprochen hat. Der Klang lockt eine Gänsehaut auf meinen Rücken. Es ist auch lange her, dass jemand mit mir gesprochen hat. Mit mir gesprochen und nicht an mir vorbei, ausweichend, als könnte man meinen Blick nicht ertragen.
Thursen, ihr Retter mit den Schattenaugen und den dunkelgrauen Haaren geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Zusammen mit einer Gruppe Jugendlicher kämpft er im Walde in Wolfsgestalt gegen die schmerzhaften Erinnerungen, für das Vergessen. Doch sie vergessen nicht nur ihre schlimmsten Erlebnisse, sie vergessen alles was sie als Mensch ausmacht. Als Luisa erfährt, dass ihr nicht merh viel Zeit bleibt und sie Thursen bald für immer verlieren wird, versucht sie verzweifelt, ihn zu retten. Kann sie gegen sein Vergessen, seine Wolfsgestalt ankämpfen? Und was ist, wenn er gar nicht gerettet werden möchte, wenn die Angst zu gross vor der schmerzhaften Erinnerung ist?
Bereits die Leseprobe faszinierte mich so sehr, dass ich nicht anders konnte als mir das Buch vorzubestellen. Als ich es endlich in den Händen hielt, habe ich das Buch nicht mehr aus der Hand gelegt und innerhalb eines Tages verschlungen. Nora Melling hat es geschafft mich mit ihrem Schreibstil zu verzaubern. Voller Einfühlungsvermögen.
Die Gruppe Werwölfe um Thursen stehen symbolisch für jegliche Probleme, die Jugendliche heute widerfahren, – Gewalt, Tod, Mobbing. Diese Themen sind fein in den Verlauf der Geschichte eingesponnen, so dass sie nicht zu dominant in den Vordergrund rücken. Was mir besonders gut gefallen hat, war die Umsetzung der Werwölfe. Das Verblassen der Farben spiegelt das Vergessen der Erinnerung an ihr einstiges Leben. Auch die Art und Weise, wie die Verwandlung zum Werwolf vollzogen wird, fand ich sehr schön umgesetzt.
Den Schreibstil von Nora Melling fand mich überaus belebend für die Handlung. In bildhafter Sprache erweckte sie ihren Roman „Schattenblüte“ zum Leben. Bestückt mit fantastischen Metaphern, spricht dieses Buch nicht nur heikle Themen des Jugendlichen an, die ihn zum Erwachsenwerden begleiten, auch versprüht es Unterhaltung und Spannung und wird getragen von einer wunderschönen Liebesbeziehung.
Es ist das erste Buch einer Trilogie und das erste Buch von Nora Melling und ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Band der im November 2011 erscheinen wird.
Mein Resumé: Sehr empfehlenswert!
ISBN: 978-3-86252-000-8
Format: Fester Einband
Verlag: rowohlt Polaris
Anzahl Seiten: 352






